Psychologische & physiologische Beratung, Therapie, Diagnostik, Lehre - Marvin Kröckel
Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP) &
kognitive Verhaltenstherapie (kVT)
Psychotherapie Allgemein:
Setting: Psychotherapie erfolgt entweder in Gruppentherapie (4-10 Personen) oder im Einzelsetting (1:1). Auch sind Familientherapeutische Sitzungen oder Paartherapie teil.
Kostenübernahme: Sofern der/die Praxisinhaber*in einen Kassensitz besitzt, wird die Psychotherapie komplett von Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. In einer Privatpraxis werden ausschließlich Privatversicherte (=Kostenübernahme durch Ihre private Versicherung) und Selbstzahler*innen (keine Kostenübernahme). Als Privatpatient gehen Sie in Vorleistung und reichen die Kosten bei einer KK ein. Dabei wird empfohlen, vor der Therapie mit Ihrer KK abzuklären, ob die Psychotherapie tatsächlich übernommen wird.
Sie finden keinen Therapieplatz?
Sollten Sie bedauerlicherweise von mehreren Praxen abgelehnt worden sein, können Sie einen derartigen Nachweis (Auflistung der Ablehnungen, mind. 3) bei Ihrer Krankenkasse einreichen, wobei dann Ihre Therapie auch von Ihrer Kasse in einer Privatpraxis (s.o.) übernommen werden kann. Informieren Sie sich dafür bei Ihrer Kasse und/oder dem/r Therapeuten/in.
Zugang und Therapieplatz:
Sie benötigen keine Überweisung. Melden Sie sich zu den jeweils angegebenen Sprechzeiten in Ihrer angestrebten Praxis und vereinbaren Sie - wenn möglich - ein Erstgespräch. Daraufhin folgen probatorische Sitzungen (Kennenlernen, Problembeschreibung, Diagnostik, Klärung der gegenseitigen "Passung", Klärung Indikation Psychotherapie) und der Therapieantrag wird gestellt.
Der Psychotherapieantrag wird innerhalb/gegen Ende der probatorischen Sitzungen vom Therapeut*in gestellt. Ihr/e Therapeut*in benötigt zur Antragstellung einen Konsiliarbericht, der von Ihrem Haus- oder Facharzt (Neurologe/in, Psychiater*in, o.ä.) ausgefüllt wird. Dieser beinhaltet ggf. relevante körperliche Untersuchungen und damit den Ausschluss von körperlichen Ursachen Ihres Leidens.
Kurzzeittherapie (KZT) vs. Langzeittherapie (LZT):
KZT: 12 Sitzungen (KZT I) und bei Bedarf mögliche weitere 12 Sitzungen (KZT II) und/oder Übergang in LZT, maximal 80 Sitzungen.
LZT: 60 bis maximal 80 Sitzungen Verhaltenstherapie (tiefenpsychologisch Psychotherapie maximal 100 Sitzungen)
Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP):
Die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP) bzw. psychodynamische Therapie, basiert auf der Annahme, dass unbewusste Konflikte, frühkindliche Beziehungserfahrungen und intrapsychische Dynamiken das aktuelle Erleben und Verhalten maßgeblich beeinflussen. Ziel der TP ist u.a., diese unbewussten Prozesse bewusst zu machen, um so eine Veränderung zu ermöglichen.
In der therapeutischen Beziehung wird ein geschützter Raum geschaffen, in dem Patient*innen ihre inneren Konflikte, Ängste und Wünsche explorieren können. Ich helfe, wiederkehrende Beziehungsmuster und Schemata zu erkennen und zu bearbeiten, oder gravierende Ereignisse zu verarbeiten. Die Theorie basiert auf der Neurosenlehre und den innerpsychischen (unbewussten/vorbewusste) Konflikten, welche Spannungszustände manifestieren und so zu psychischem Leid führen. Neurosen sind Verarbeitungsergebnisse konflikthafter innerer Spannungen, die aus unbewussten inneren Konflikten (Grundkonflikte) entstehen und sich in Symptomen wie Ängsten, Zwängen, Persönlichkeitsstörungen, Sucht, Depressionen etc. äußern. Diese psychische Störungen/Verhaltensweisen werden Neurosen genannt. Diese Neurosenlehre beschreibt, wie innere Konflikte, ungelöste Gefühle und frühe Beziehungserfahrungen unbewusst weiterwirken und sich später in belastenden Mustern, Symptomen oder wiederkehrenden Schwierigkeiten ausdrücken können. Sie beruhen oft auf frühen Beziehungserfahrungen und ungelösten Grundkonflikten. Die tiefenpsychologische Therapie zielt darauf ab, diese unbewussten Dynamiken bewusst, verstehbar und bearbeitbar zu machen.
Verhaltenstherapie (VT):
- heute genannt: kognitive Verhaltenstherapie (KVT)
Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist ein tendenziell zielorientiertes Verfahren, das auf der Annahme basiert, dass Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen miteinander verknüpft sind. So entsteht häufig ein negatives Bild von sich selbst, ein negatives Bild der Welt und ein negatives Bild der Zukunft sowie dysfunktionale Verhaltensweisen, Vermeidungsverhalten und ein Selbstschutz, der uns mittel- bzw. langfristig einschränkt und uns letztlich schadet, wenngleich er auch positive, entlastende Anteile hat. Dysfunktionale Denk- und Verhaltensmuster können demnach zu emotionalen und verhaltensbezogenen Problemen führen. Eine klassische Basis stellt das Bio-Psycho-Soziale-Modell dar: Das Modell beschreibt die psychische Gesundheit als Zusammenspiel biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren. Es berücksichtigt genetische Dispositionen, individuelle Erfahrungen und das soziale Umfeld gleichermaßen. Psychotherapie setzt an allen drei Ebenen an, um nachhaltige Veränderung zu ermöglichen.
In der KVT werden Patient*innen angeleitet, ihre automatischen Gedanken und Verhaltensweisen zugrunde liegenden Überzeugungen zu identifizieren, zu hinterfragen und durch realistischere, hilfreichere Gedanken und Umgänge zu ersetzen. Verhaltensexperimente, Expositionsübungen (Konfrontation) und das Erlernen von Bewältigungsstrategien sind zentrale Bestandteile der Therapie.
Unterschiede zwischen TP und KVT, kurzgefasst:
Während die TP eher nach den inneren Gründen fragt, arbeitet die KVT stärker an den aktuellen Mechanismen und an praktischen Bewältigungsschritten. Beide Verfahren können biografische Aspekte, gegenwärtige Auslöser und zukünftige Ziele einbeziehen – jedoch in unterschiedlicher Tiefe, Perspektive und methodischer Form. Dabei gibt es natürlich auch Überschneidungen. Eine geschickte Kombination beider Ansätze kann besonders wirkungsvoll sein – sie verbindet das tiefere Verstehen innerer Muster mit konkreten, alltagsnahen Veränderungsschritten und schafft dadurch oft einen spürbar umfassenderen Zugang zur eigenen Entwicklung. - Genau dies kann ich Ihnen anbieten.
Integrativer Therapieansatz:
Durch meine fundierte Ausbildung in beiden Verfahren bin ich in der Lage, flexibel und individuell auf die Bedürfnisse meiner Patient*innen einzugehen. Je nach Problemlage und Zielsetzung kann der Schwerpunkt auf einem der beiden Verfahren liegen oder es wird ein integrativer Ansatz gewählt, der Elemente beider Therapierichtungen kombiniert.
Aktuelle Studien belegen, dass integrative Therapieansätze, die verschiedene therapeutische Methoden sinnvoll miteinander verbinden, oft besonders effektiv sind. So konnte gezeigt werden, dass sowohl psychodynamische als auch kognitive Verhaltenstherapien vergleichbare Wirksamkeit aufweisen und eine Kombination beider Ansätze in vielen Fällen von Vorteil sein kann.
Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz (PT HPG)
Unterscheiden Sie ärztliche und psychologische Psychotherapie klar von Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz. Approbierte ärztliche und psychologische Psychotherapeut*innen durchlaufen ein mehrjähriges, akademisches Studium sowie eine streng staatlich regulierte Weiterbildung mit tausenden Praxisstunden, umfangreicher Theorie und einer gezielten Selbsterfahrung. Die Basis sind wissenschaftliche Behandlungsmethoden und eine engmaschige Supervision in der praktischen Ausbildung.
Die PT HPG hingegen beruht auf einer zwar rechtlich erlaubten Tätigkeit, für die jedoch keine Ausbildung vorgeschrieben ist. In medizinischen und psychologischen Fachkreisen wird dieses Angebot daher sehr kritisch bewertet.